Antibiotikareduktion in der Schweinehaltung durch bessere Hygiene

Antibiotikareduktion in der Schweinehaltung durch bessere Hygiene

Seit 2007 wurden in der Schweinehaltung – wie in allen anderen Sektoren der Intensivtierhaltung auch – erhebliche Schritte zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes unternommen. Dieser Rückgang kann auch in den kommenden Jahren noch fortgesetzt werden, unter anderem durch eine optimale persönliche Hygiene.

Im Zeitraum 2009 bis 2020 sank der Einsatz von Antibiotika in der Intensivtierhaltung um sage und schreibe 69,9 Prozent. Die ersten Jahre ging es schnell und danach verlangsamte sich der Rückgang. Das ist logisch, denn in diesen ersten Jahren setzten die meisten Betriebe – die zuvor nichts getan hatten, um den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren – wichtige Maßnahmen um, die zu einer deutlichen Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes führten. Aber auch jetzt können noch immer Schritte unternommen werden, um den Einsatz von Antibiotika weiter zu reduzieren. Die Tatsache, dass die Schweinehaltung 2019 erneut eine Antibiotikareduktion von 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht hat, zeigt, dass die Aufmerksamkeit für dieses Thema nicht nachlässt.

VERBESSERUNG DER PERSÖNLICHEN HYGIENE

Konnte man vor 2007 noch ohne Hygienemaßnahmen die Ställe betreten und wieder verlassen, so ist dies seit einem Jahrzehnt absolut unmöglich geworden. Das heißt aber nicht, dass jeder Schweinehalter seinen Betrieb in Bezug auf persönliche Hygiene in bester Ordnung hält. Hier können noch immer Schritte unternommen werden, unter anderem durch eine Professionalisierung der Hygieneschleuse mit Produkten und Maßnahmen, die Durchsetzung des Hygieneprotokolls erleichtern.

REDUZIERUNG DES INFEKTIONSDRUCKS

Der Einsatz von Antibiotika ist notwendig, wenn in einem Stall eine Krankheit ausbricht. Je höher der Infektionsdruck auf einen Betrieb ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass dies geschieht. Eine gute Hygiene reduziert diesen Infektionsdruck. Unter guter Hygiene verstehen wir nicht nur die Reinigung und Desinfektion der Ställe, sondern auch die Gewährleistung eines kontrollierten Zugangs zu den Tieren. Nur Besucher, die wirklich zu den Tieren müssen – wie der Tierarzt – haben Zutritt zum Stall und müssen sich an das Hygieneprotokoll halten.

HÄNDE WASCHEN UND DESINFIZIEREN

In Betrieben, in denen es keine Dusche gibt, sollte der Besucher in dem Umkleideraum betriebseigene Arbeitsschuhe oder -stiefel und möglichst auch betriebseigene Arbeitskleidung anziehen. Es sollte auch ein sauberer Arbeitsoverall oder eventuell ein Einwegoverall angezogen werden. Die Hände sollten gründlich gewaschen und, wenn möglich, desinfiziert werden. Die Stiefel werden vor dem Betreten des Stallbereichs in der Stiefelbürsteneinheit oder der Desinfektionswanne desinfiziert. Es können Handschuhe, eine Staubmaske und ein Haarnetz verwendet werden. Jede getroffene Maßnahme wird das Risiko einer Krankheitseinschleppung weiter verringern.

HYGIENEPROTOKOLL GEWÄHRLEISTEN

Als Schweinehalter können Sie Maßnahmen ergreifen, damit das Hygieneprotokoll leichter eingehalten werden kann. Je besser und professioneller Sie Ihre Hygieneschleuse einrichten, desto einfacher wird es. Das rechtfertigt dann auch die Investition, die Sie tätigen. Ist Ihre Hygieneschleuse nicht in Ordnung und ist das Hygieneprotokoll nicht leicht zu befolgen? Dann ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie oder Ihr Besuch Krankheitserreger in den Betrieb einschleppen. Die Folge? Ihre Tiere erkranken und es werden Antibiotika notwendig. Am Ende ergibt sich daraus – zusammen mit anderen Faktoren wie z. B. einer erhöhten Verlustrate unter den Tieren – ein Kostenpunkt, der um ein Vielfaches höher ist als die Investition in eine gute persönliche Hygiene.

weitere Informationen

Möchten Sie wissen, welche Möglichkeiten es für Ihren Schweinebetrieb in Bezug auf die persönliche Hygiene gibt? Dann laden Sie unser spezielles Hygiene-Toolkit herunter.

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